Wednesday, December 12, 2007

im Gehirn eines Denkenden



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Er pflückte eine kleine violette Blume, hielt sie nah ans Auge, blickte in die kleinen engen Kelche hinein, da liefen Adern und lebten winzige haarfeine Organe; wie im Schoss einer Frau oder wie im Gehirn eines Denkenden schwang da Leben, zitterte da Lust. O warum wusste man so gar nichts? Warum konnte man nicht mit dieser Blume sprechen? Aber es konnten ja nicht einmal zwei Menschen wirklich miteinander sprechen, dazu bedurfte es schon eines Glückfalles, einer besonderen Freundschaft und Bereitschaft. Nein, es war ein Glück, dass die Liebe keiner Worte bedurfte; sie waere sonst voll Missverstaendnis und Torheit geworden.
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Narziss und Goldmund- Hesse

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